DACKSCHEID

 

Blasonierung

in rot silberne Glocke

Pinienzapfen

und lediges steigendes Fohlen (2:1)

Begründung der Wappenzeichnung

Rot und Silber sind die Farben des Kurfürstentums Trier und von Hartradstein (In Rot ein silberner Schild, dem Lehnshof Schönecken zugehörig).

Dackscheid gehörte bis in das 18.Jh. diesen Herrschaften innerhalb des Kondominium Pronsfeld.

Der Schild ist in Rot, die Figuren in Silber ausgeführt.

Das Fohlen ist ein Attribut des Hauptpatrons der Ortskirche, des „Pferdeheiligen“ St. Celsus.

Die Glocke bezieht sich auf die Legende ihrer Erhaltung im zweiten Weltkrieg: die Abgabe zum Umschmelzen wurde zwar quittiert, die Glocke jedoch versehentlich auf dem Leiterwagen zwischen den Milchkannen belassen.

Der Pinienzapfen (Fruchtstand der Kiefer oder Föhre) soll auf die mindestens 1800-jährige Geschichte hinweisen. Diese Region gehörte fast 400 Jahre zum römischen Imperium und war von romanisierten Kelten besiedelt, von denen mehrere Grabhügel noch heute nachweisbar sind.

Zur üblichen Bestattung in einem Grabhügel, wurde dieser aus religiösen Gründen häufig mit einem in Stein gehauenen Pinienzapfen bekrönt, als Symbol der Unvergänglichkeit und für ein mögliches Weiterleben nach dem Tode.

Ortschronik

 Die heutige Region Dackscheid war bereits in der Spätantike besiedelt.
Dies beweisen Grabhügel aus keltisch römischer Zeit in der Nähe des Coumontshofs und ein Münzhortfund 1897 durch den Landwirt P. Bretz östlich von Dackscheid.

Dieser Schatz von mehreren tausend Weißkupfermünzen ist bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. zu datieren. Es ist zu vermuten, dass er um das Jahr 275 von seinem Besitzer versteckt wurde.

Zu dieser Zeit erlebte die römische Provinz diesseits des Rheins mehrfach Einfälle feindlicher rechtsrheinischer Germanen, wobei zahlreiche Landhäuser der keltisch-römischen Großgrundbesitzer niedergebrannt wurden. Es ist anzunehmen, dass der Eigentümer einen solchen Überfall nicht überlebt hat, und der Schatz deswegen im Boden verblieben ist.

Ein frühgeschichtlicher Weg verband den Bitburger mit dem Prümer Raum, zudem ist eine römische Fernstraße östlich von Dackscheid, von vicus beda (Bitburg) nach St.Vith verlaufend, bekannt.

Die Ortschaften mit der Endung –scheid entstanden während einer mittelalterlichen Rodungsphase vom 12. bis zum 13. Jh.. Gerodet wurde dichter Wald, und die Endung „-scheid“ bedeutet Wald.

Die erste Silbe „Dack“ bedeutet sprachwissenschaftlich gesehen ebenfalls Wald oder „dunkel“ oder „dicht“.

Über dem Eingangsportal der heutigen Kirche, die 1933 an Stelle des im Jahre 1726 geweihten Vorgängerbaus errichtet wurde, ist eine kleine  Steinplatte mit Kruzifix und der Jahreszahl 1585 eingelassen. In einem Visitationsprotokoll der Erzdiözese Trier, aus dem Jahr 1570, wird von einer Kapelle in „Wulscheid“, zwischen Dackscheid und Eilscheid, berichtet. Man nimmt an, dass die Steinplatte von dieser ersten Kapelle von Dackscheid stammt. Der genaue Standort dieser „Kapellenwüstung“ ist unbekannt.

Eine weitere Wüstungstelle „Eichelrath“, die ebenfalls nicht bekannt sein soll, hat der Autor jedoch 500 m westlich des Coumontshofs in einem Fichtenbestand neben der Zufahrt zur Kreisstrasse 122 lokalisiert. Älteren Einwohnern ist diese Fundstelle noch als Flur „Eichelrath“ bekannt; es wird sich hierbei um eine Hofwüstung handeln.

Dackscheid gehörte bis 1794, dem Beginn der französischen Besatzungszeit, die bis 1814 andauern sollte, zum Kondominium Pronsfeld.

Ein Kondominium ist ein Gebiet, dass von mehreren Herrschaften gemeinsam verwaltet wird.

Aus dem Jahr 1703 gibt es eine Aufstellung, über die Häuser der einzelnen Dörfer, die zum Kondominium gezählt wurden.

Die Herrschaften waren: Kurfürstentum Trier, Hartradstein (=Hartelstein), das Haus Oranien und Neuerburg.

Von Dackscheid waren 5 Häuser Trier und ein Haus Hartradstein zugeordnet. Diese Häuser waren Stockgüter, deren Familien 1780 folgende Namen hatten: Berg, Peters, Lasch, Hans, Heinen und Elsen. Ein Stockgut ist ein Gehöft, welches die Herrschaft als der Grundherr einem Bauern als Erblehen gibt. Dieses Lehensgut durfte weder geteilt, beliehen oder verkauft werden, konnte aber, wie der Name schon vermuten lässt, an den Ältesten vererbt werden. Der Bauer leistete Abgaben und Frondienste und hatte seinerseits Schutz und Beistand des Grundherren.

Während der Besatzung durch die französischen Revolutionstruppen verwaltete das Wälderdepartement (Sitz in Luxemburg) über die Bürgermeisterei Lünebach im Kanton Arzfeld den Ort Dackscheid.

Ab 1815 gehörte der Ort zur preußischen Rheinprovinz und zur Bürgermeisterei Lünebach, später jedoch zu Waxweiler jeweils im Kreis Prüm.

1933 wurde die heutige Filialkirche an Stelle der Vorkirche von 1726 erbaut. Hauptpatron ist der „Pferdeheilige“ St. Celsus, dessen Attribute ein Fohlen und ein Bischofsstab sind, wie bei der Statue links auf dem Altar in der Kirche dargestellt.

Im Eingang zur Friedhofskapelle hängt heute die ursprünglich einzige Glocke der Kirche. Im zweiten Weltkrieg sollte sie zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden. Durch einen glücklichen Zufall, man vergaß nach Aushändigung des Ablieferungsbelegs die Glocke vom Wagen zu nehmen, entging sie der „Nutzungsänderung“ und wurde bis Kriegsende versteckt.

Seit dem 1. Januar 1971 ist Dackscheid der Verbandsgemeinde Arzfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm zugeordnet.

(Chr. Credner, Lambertsberg 2006)

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